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Fasten? Was ist das denn?

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Schon heute wird man von Klassenkameraden komisch angeschaut, wenn man sagt, dass man gerade fastet. Häufig kommt direkt danach die Frage „Bist du so gläubig?“ Nein, ich bin nicht extrem gläubig, aber dennoch übernehme ich ein paar Dinge aus dem gläubigen Leben.

Warum faste ich dann überhaupt?

Fasten bedeutet für mich 47 Tage auf Lebensmittel zu verzichten, damit sie wieder ein Genuss werden. Ich faste seit Jahren auf Süßigkeiten und nach der Fastenzeit wird mir wieder bewusst, dass Süßigkeiten in kleineren Mengen besonderer sind. Deswegen faste ich: ich will auf Lebensmittel, die ich zu oft konsumiere, verzichten und mir wieder bewusst machen, dass ich auch ohne sie leben könnte.

Aber ist das nicht schwer das durchzuhalten?

Natürlich ist es das! Vor allem sind die ersten Tage ist der Umstieg von normaler Ernährung auf Süßigkeitenverzicht eine harte Probe. Aber auch mitten in der Fastenzeit, wenn es den Lieblingsnachtisch in der Schule gibt oder Lehrer Kekse mitbringen und sie direkt vor deiner Nase hinstellen. In diesen Momenten sage ich mir immer, dass ich nicht aufgeben darf, da sonst die schon vergangenen Wochen komplett umsonst waren. Am Ende ist man umso stolzer auf sich selbst, wenn man es tatsächlich durchgezogen hat und ist damit auch ein Stückchen gewachsen.

Was passiert in der Zukunft?

Ich habe das Gefühl, dass viele Leute das Fasten vergessen und als „nicht wichtig“ einstufen. Wenn das so weiter geht, dann wird in der Zukunft niemand mehr auf irgendetwas fasten. Und das obwohl das Fasten so vielfältig ist. Klar, jeder kennt den Lebensmittelverzicht in stärkeren und schwächeren Formen, aber genauso kann man auch auf soziale Medien, das Handy oder das Auto fasten. Aber ehrlich gesagt: wer würde freiwillig 7 Wochen auf sein Handy verzichten?

In der Zukunft werden soziale Medien und Handys eine noch größere Rolle spielen, als sie jetzt schon tun. Soziale Medien sind für Jugendliche unersetzbar geworden. Egal, ob man Bilder von sich teilen, lustige Bilder mit Freunden teilen oder einfach nur mehr über Stars / Vorbilder erfahren möchte: jeder findet das, was er sucht.

Doch ein Fasten auf das Auto würde vielen etwas bringen: man selber findet Möglichkeiten und bewegt sich deutlich mehr, die Umwelt wird durch weniger Abgase geschont und der Geldbeutel wird vor hohen Benzin- oder Spritpreisen bewahrt. Doch der Schritt, der den meisten schwerfällt, das ist der Anfang. Am Anfang sich zu motivieren ist sehr schwer. Doch mit der Zeit wird man routinierter und erfinderischer. Vielleicht findet man ja dadurch wieder den Spaß an Sport, am Lesen oder entdeckt etwas ganz anderes. Wünschenswert wäre, wenn jeder in der Zukunft fasten würde und so mehr über sich und seinen Körper lernt.

Also werden in der Zukunft jetzt mehr fasten oder weniger?

Genau kann ich es nicht einschätzen, aber es gibt zwei Möglichkeiten.

  1. Möglichkeit: Keiner wird fasten

Wenn die Religion mehr in den Hintergrund gerät, dann wird das Fasten auch in Vergessenheit geraten. Menschen, die fasten, werden noch komischer angeschaut werden und keiner wird es mehr nachvollziehen können, warum man sich freiwillig quält, obwohl fasten genau das Gegenteil ist.

2. Möglichkeit: Fasten wird wieder beliebter

Ich persönlich wünsche mir diese Entwicklung, da zusammen fasten für sich selbst nur Vorteile bringt. Natürlich kann man Menschen nicht zwingen zu fasten, denn dann werden sie es auch nicht durchhalten. Ich hoffe, dass Menschen in der Zukunft nicht nur konsumieren möchten, sondern auch mehr über sich lernen möchten und bereit dazu sind Ernährungsweisen zu ändern, um sich gesünder und besser zu ernähren.

Falls ihr wie ich fasten solltet, dann viel Erfolg für die restlichen 6 Wochen! Falls nicht, dann solltet ihr euch überlegen, ob ihr noch einsteigen wollt oder spätestens nächstes Jahr dann mitmacht! Ich kann es nur empfehlen!

Liebe Grüße,

Katharina